So führen Gewerkschaften Gehaltsverhandlungen

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Oftmals hört man in den Nachrichten davon, dass ein Tarifvertrag für eine bestimmte Berufsgruppe ausgelaufen ist. Wenn dies der Fall ist, treten Gewerkschaften auf, und nehmen eine neue Tarif- oder auch Gehaltsverhandlung mit den Arbeitgebern auf. Jedoch wissen viele Arbeitnehmer und Gewerkschaftsmitglieder selbst nicht, wie solche Gehaltsverhandlungen ablaufen.

Verdi ©flickr.com/Lisa Roderer

Tarifautonomie

Bestimmte Regeln und Gesetze zur Durchführung einer Tarifverhandlung sind im Gesetz nicht verankert, man spricht daher auch von Tarifautonomie. Grundsätzlich sind die zuständige Gewerkschaft und die Arbeitgeber für einen neuen Vertrag verantwortlich und befinden sich zu Beginn einer Verhandlung nicht auf Augenhöhe mit ihrer Forderung beziehungsweise ihrem Angebot. Als Folge davon werden Gespräche geführt. Falls man sich in diesen ersten gemeinsamen Beratungen nicht einig werden kann, gibt es für die Gewerkschaft eine Möglichkeit Druck auf die Arbeitgeber auszuüben.

Die Gewerkschaft steht für Lohnausfälle im Streik ein

Liefern die ersten Gespräche kein Ergebnis, so sind Gewerkschaften in der Lage eine sogenannte Urabstimmung zu veranlassen, bei der alle Mitglieder zur Wahl für oder gegen einen Streik aufgerufen werden. Entscheiden sich die Mitglieder für einen Streik wird die Arbeit teilweise oder gänzlich niedergelegt, bis die Arbeitgeber erneute Gesprächsbereitschaft signalisieren. In dieser Zeit übernehmen oftmals die Gewerkschaften die Löhne und Gehälter ihrer Mitglieder zum Teil oder auch zu 100 Prozent. Meistens wird nach einem Streik im zweiten Anlauf eine Einigung erzielt. Jedoch gibt es auch den Fall, dass eine Urabstimmung scheitert und sich die Mitglieder gegen einen Streik aussprechen.

Wird ein Streik abgelehnt, so kommt es zur sogenannten Schlichtung. Dabei wird ein Schlichter bestimmt, der aus einer neutralen Position Gespräche über eine Gehaltsverhandlung mit beiden Parteien führt. Dieser Prozess kann sich sehr lang hinziehen, führt jedoch meistens zu einem positiven Abschluss, nämlich einem neuen Tarifvertrag. Dieser besitzt wiederum eine gewisse Laufzeit nach dieser sich die Gewerkschaften und die Arbeitgeber erneut zusammensetzen müssen.


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